|
|
|
|
|
Mehr Wissen
Über Weine....
Geologie, Klima und Rebarten
Olivier De Serres schrieb im XVI Jahrhundert, im ersten französischen
Agrarvertrag, daß die Natur des Weines von der Geologie, vom Klima und die Rebarten
abhängen.
Das ist immer noch so. Diese drei Faktoren betrachtend, gibt es eine korsische
Eigentümlichkeit ?
|
Die Geologie
Man kann Weingärten mit 4 bepflanzten Bodentypen unterscheiden : Granit mit
Sand, Schiefer, Lehm - Kalkstein und Anschwemmungen.
Die ganze Westküste Korsikas, von der zentralen Furche (Solenzara - Corte) beschränkt,
findet man Granit, Schiefer im Norden (Cap Corse), tonhaltigen Kalkstein bei
Patrimonio und sandige Anschwemmungen von Solenzara bis Bastia (aber auch in
den Grundstücken der Täler und in der Ebene von Figari). Die Durchlässigkeit
des Bodens, da das Klima trocken ist, hat nicht dieselbe Bedeutung wie auf dem
Kontinent. Im Gegenteil man wünschte sich hier mehr Feuchtigkeit. Die
Armut des Bodens (Granit, Schiefer) ist für Weingärten günstig.
Das Klima
Mit 2911 Sonnenstunden schlägt Ajaccio den Rekord von Frankreich,
der Durchschnitt liegt bei 2750 Stunden. Zum Vergleich profitiert Bordeaux mit
2076 Stunden, während sich Burgund mit 1934 Stunden begnügen muß.
Diese Situation kommt den Weingärten zugute, da es in Korsika sechsmal weniger
regnet als in Bordeaux wärend der wichtigen Monate, August und September.
Offen gesagt schaffen die Berge und die Täler eine Mikroklimamosaikarbeit mit
nächtlichen frischen Winden die im Norden und Süden nicht vorkommen. (Cap Corse,
Figari).
Man muß gleichermaßen die sehr unterschiedliche Höhe der Weingärten berücksichtigen
(10 bis 400 Meter) aber auch die Entfernung oder die Nähe des Meeres und der
örtlichen Winde . Gleichermaßen auch den Einfluß des Meeres, der nicht immer
für die Pflanzen von Vorteil ist, wegen der Feuchtigkeit und der salzigen Winde
kommt es vermehrt zu Fäulnis und Brandwunden. Aber jenseits des Küstengebietes
sind diese Winde günstig. Sie sanieren, und man verdankt ihnen Regen, der selten
ist.
Die Rebarten
Man kann sie in vier Kategorien einteilen. Die erste Kategorie ist die korsische
Rebart, die seit einem Jahrhundert und mehr besteht.
Die Zweite Kategorie verdankt man den Algerienheimkehrern die diese Rebarten
eingeführt haben. Diese Rebarten sollten viel Wein erzeugen. Mehr wollte man
nicht. Der "Carignan" ist das unangenehmste Beispiel mit dem "Alicante-Bouchet".
Viele von ihnen sind ausgerissen worden, wegen der Neustrukturierungspläne werden
die anderen auch bald folgen.
Die dritte Kategorie besteht aus ausgezeichneten Rebarten die die Benennung
Wein von Korsika tragen dürfen, zum Beispiel : Syrah, Mourvèdre, Grenache, Cinsault...
Die vierte Kategorie ist noch offen. Darunter fallen die Rebarten die die Benennung
AOC noch nicht erhalten haben, einige sind schon gepflanzt und sie verdienen
es, versucht zu werden. Der "Chardonnay" wird schon in Korsika abgefüllt,
ebenso so wie der "Cabernet-Sauvignon". Eine anderer Rebart, der "Viognier",
wird sich unvermeidlich dieser schismatique anschließen, von dem man glaubt,
daß er für Korsika wie geschaffen ist. Seine Qualität erhällt er durch Trockenheit,
Hitze und zerlegtem Granit.
Die Einführung von neuen Rebarten wird von Traditionalisten sehr angezweifelt.
Sie behaupten, der Wein verliert seine Identität. Dieser Blickpunkt ist in vielen
anderen Gegenden bekämpft worden, zum Beispiel Südfrankreich, Italien und Toscana.
Sciacarello (394 ha)
Der "Sciacarello" ist zweifellos die korsischste Rebart, denn man
findet ihn nur in Korsika. Man nimmt an dass er in Korsika zur Welt kam
oder vor sehr langer Zeit importiert wurde. (Griechenland ? Mittlere
Osten?) "Sciacarello" will sagen " der unter dem Zahn bricht
", eine Anspielung auf das schöne schwarze Fleisch der Beeren die man mit
grossem Vergnügen essen kann. Der "Sciacarello" ist auch eine
Tischtraube. Seit zwanzig Jahren versucht man diese Traube zu klonen. Seit sechs
dort oder sieben Jahren empfahl der CIVAM (Institut) die erste Klonung.
Heute sind sieben Klone des Sciacarello genehmigt worden. Er ist niemals so
ausdrucksvoll wie, wenn er im zerlegten Granit bepflanzt wurde. Deshalb ist
er der unumstrittene Herr der Westküste von Ajaccio bis Sartène, obgleich dieser
Typ Boden in anderen Gegenden auch häufig zu finden ist. Man füllt einen aristokratischen
Wein ab, der feiner als korpulent ist, nervöser als rund und würzende, gepfefferte
Lebhaftigkeit hat die den Gaumen kitzelt.
Im allgemeinen ist seine Farbe hellrot. Die Weingärung ergibt einen Rot oder
Rosé Wein.
Meist wird er mit "Grenache" oder "Nielluccio" gemischt
(siehe Barbarossa).
Nielluccio (1396 ha)
Der Nielluccio ist zu Patrimonio was der Sciacarello zu Ajaccio ist. Unbestreitbar
gehört der Nielluccio zum Erbe des korsischen Weingesetzes, obwohl er ursprünglich
aus der Toscana kam. Dort nannte er sich Sangiovese. Über ihn fand man die erste
wissenschaftliche Beschreibung, von Vilifranchi, 1773, in einem Buch (Oenologiza
Toscana) das in Florenz veröffentlicht wurde. 1783, erwähnte Cinelli ihn in
seinem Weinbuch und nannte ihn Trignolo, Pignolo oder auch Prugnolo. Diese Benennungen
sind in einigen Gegenden noch gebräuchlich. Man glaubte es waren die Genoesen
die den Sangiovese in Korsika eingeführt haben, obwohl kein Dokument diese logische
Annahme stützen kann.
Der Nielluccio wird in den Pflanzungen des CIVAM klonisch Ausgewählt. Diese
Auswahl ist aber schwer und langsam, denn das Anfangsmaterial war arg verdorben.
Bald werden drei genehmigte Klone vorgeschlagen. Der Nielluccio ergibt einen
Rot oder Rosé Wein. Meist wird er mit ein wenig "Grenache" und
/ oder "Cinsault" gemischt. Einige Winzer lassen ihn rein in
seinem Ursprung. Manchmal fügt man ihm weiße Trauben hinzu, "Vermentino"
in den guten Fällen, oder "Ugni Blanc". Dieser Brauch ist nicht
eimalig. Es ist zu bemerken, daß im ursprünglichen Vaterland des Nielluccio,
bei Sangiovese in der Toscana, die Weingärung des "Chianti" ebenso
mit Hinzufügung von weißen Trauben hergestellt wird. Mit den gleichen Trauben
wird der "Malvoisie" hergestellt, den man auf dem Kontinent "Vermentino"
nennt, ebenso den "Trebbiano", dessen echter Familienname "Ugni-Blanc"
ist (nur dieser "Ugni-Blanc" nimmt an der Mischung teil).
Der Nielluccio ist eine adelige Rebart. Er gibt dem Wein ein gutes, intensives
Kleid, feine Gerbstoffe und einen Säuregrad, der ihn von jeder Weichheit entfernt.
Rauheit, Dichte und Feinheit können ihn bestimmen.
Vermentino (615 ha)
In Südkorsika trägt er auch den Namen "Malvasia" oder "Malvoisie".
Diese große Rebenart war in der ganzen Méditerrannée verbreitet. Waren
die Griechen die Autoren dieser Verbreitung? Das kann möglich sein, denn sie
waren der Vektor anderer Rebenarten und sagt man nicht daß diese Rebenart ursprünglich
aus diesem Land kam? (Oder Kleinasien?). Diese Annahme ist um so richtiger als
man überall dort, wo Griechen Kolonien hatten, den "Malvoisie" fand.
Im Mittelalter war er überall vertreten. Später wurde er abgelöst von weniger
fruchtbaren Rebarten ohne grosse Qualität. Er zog besonders nach Süden.
Er verschwindet fast ganz aus Frankreich aber blieb glücklicherweise in Korsika.
Diese Tendenz kehrt sich seit kurzem um, denn man pflanzt ihn wieder im Roussillon.
Zur Zeit gibt es siebzehn Klone vom Vermentino von denen zehn angenehmigt sind.
Diese Klone werden vom CIVAM produziert.
Der Vermentino ist eine mehrwertige Rebenart. Wenn er am Anfang seiner Reifung
geerntet wird, entsteht aus der Weingärung ein trockner und ausgeglichener Wein,
der geschmacklich runder ist als die meisten gewöhnlichen Weißweine. Wenn man
zögert ihn zu ernten, steigt sein Zuckergehalt schnell von 11° bis 13°
und sein Säuregrad fällt.
Dann kann ein guter Likörwein daraus entstehen. Zum Beispiel der "Malvoisie
von Lipari", oder Weine die es in Cap Corse gibt.
Auszug von Enzyklopädie von
Weinen vom Korsen
Besuchen Sie die Weinmesse
von Luri ", Fiera di u Vinu "
Entdecken Sie die Weine und die verschiedenen AOC (Qualitätswein
mit Prädikat)
Zurück zu dieser Rubrik Korsische Produkte
|