Corseweb Ferien
FerienImmobilien FrançaisEnglishDeutschItaliano
Informationen und Kontakte
 Figuren der  Geschichte  
 Anlagen und  Monumente  
 Blutrache und Banditen  
 Der Maurenkopf  

Ein Schicksal...

Die Helden der Geschichte

Pascal Paoli   Napoléon Bonaparte

 


Die Figuren der Geschichte

Vom bescheidensten Dorf über den stolzesten genuesischen Turm bis hin zum abgeschiedensten Kloster: alles auf Korsika erinnert an diese Männer oder trägt ihr Zeichen. Die Hauptdarsteller ihrer Geschichte, symbolische oder heldenhafte Figuren, denen man ein treues Andenken bewahrt.kloster, alles auf Korsika erinnert an diese Männer oder trägt ihr Zeichen. Die Hauptdarsteller ihrer Geschichte, sybolische oder heldenhafte Figuren, denen man ein treues Andenken bewahrt.

Giudice de Cinarca | Sampiero Corso | Pascal Paoli | Napoléon Bonaparte
Historische Veranstaltungen
Die ersten Napoleon-Tage von Ajaccio [ 97' Edition]flagfrqb.gif (1285 octets)flagusgb.gif (255 octets)


Männer der Geschichte und die Fakten

  • Giudice de Cinarca (Sinucello della Rocca)
    Geboren in Olmeto 1221: Sinucello della Rocca war besser bekannt unter dem Namen Giudice de Cinarca. Er ist ein repräsentatives Beispiel für die mächtigen Lordschaften, die Korsika im 13. Jahrhundert unter sich aufteilten, einige unterstützten Korsika, andere Pisa.

    Er entstammte einer örtlichen Gutsherrenfamilie aus Cinarca, die im Süden beinahe die Hälfte der Insel beherrschte. Sinucello ging als junger Mann zur Armee der Republik Pisa und erhielt mit 24 Jahren den Titel des "Giudice" (Richter, oder oberster Magistrat) und den Auftrag den Rest der Insel zu unterwerfen.
    Als erbitterter Gegner des anderen Lagers machte Giudice schnell Fortschritte bei der Eroberung der Insel.

    Trotzdem wechselte er 1258 auf die Seite Genuas und schwor ihr die Treue. Nur um sich 1280 wegen einer Meinungsverschiedenheit wieder zum Vasallen Pisas zu erklären.
    Dann, nachdem er 1289 die Überlegenheit Genuas über Pisa erkannte, wendete er sich 1290 wieder gegen sie.

    Er wurde schnell zum Herrscher des Landes und wollte friedlich und gerecht regieren, denn er war sich der durch unaufhörliche Kämpfe ausgelaugten Bevölkerung bewußt. Ein großer Erfolg, wohingegen sein Wankelmut, seine Siege und seine starke Persönlichkeit ihn für seine Widersacher zu einer Person machten, die man loswerden mußte.

    Dann fiel dieser Lehnsherr, der zahlreiche Allianzen mit den verfeindeten Republiken einging, zur Freude seiner Neider, schließlich Pisa und Genua zum Opfer.
    Pisa ergab sich viel zu schnell, als daß die Festlegung seiner Verbannung in einer der Klauseln des Friedensvertrages zwischen Genua und Pisa 1299 gerechtfertigt gewesen wäre - dies hatte er wohl seiner gefürchteten kriegerischen Energie zu verdanken. Durch den Verrat einer seiner Söhne wurde Giudice de Cinarca von den Genuesen am Strand von Propriano gefangengenommen und nach Genua verschleppt, wo er eingesperrt und 1306 laut Mithäftlingen verstarb.

    Wie viele historische Figuren ist Giudice de Cinarca mittlerweile zu einer Legende geworden, in der jeder seine Sensibilität, seinen heldenhaften Patriotismus oder verrückte Ambition finden wird.

  • Sampiero Corso
    Dieser Mann wurde am Fuße des Renosuberges geboren, während in Florenz der Mönch Savonarole von den Flammen verzehrt wurde.
    Sampiero war noch sehr jung, als er sich in den Dienst des letzten großen florentinischen Condottieries begab: Giovanni de Medeci. Dieser große Kapitän war der Meinung, daß das Kriegshandwerk ein unverzichtbarer Teil der hohen Künste sei.

    Er war ein gelehrter Mann der mit einem Mut kämpfte, der seinen Söldner beeindruckte. Giovanni erkannte in dem jungen Korsen einen Ebenbürtigen und behandelte ihn als solchen.

    Giovanni de Medeci stellte sich 1522 in den Dienst Frankreichs und nahm Sampiero mit sich.[...] Sampiero kämpfte an den Ufern des Bayard und bedeckte sich mit Ruhm, so daß er den Titel eines Oberst der korsischen Infanterie im Dienste Frankreichs erhielt. Er kehrte zu seiner Insel zurück um Vanina d'Ornano, die Erbin einer der berühmtesten Familien Korsikas, zu ehelichen. Er war fünfzig Jahre alt und seine Frau ganze fünfunddreißig Jahre jünger.

    Die Genuesen konnten den Prestige des alten Soldaten kaum ertragen und warfen ihn ins Gefängnis. Dank der Intervention des französischen Königs Henri dem II. kam Sampiero wieder frei. Er kehrte Heim und mußte mit ansehen wie sein Haus, das er in Bastelica gebaut hatte, abgerissen wurde. Dies war eine fatale Beleidigung.
    Später, als Pasquale Paoli seine Gesetzgebung erließ, ordnete er an, die Häuser derjenigen abzureißen, die an der Vendetta beteiligt waren.

    Denn wer sein Haus verliert, verliert seine Wurzeln.

    Sampiero verschwor sich gegen Genua - eine Feindschaft mit loderndem Herzen. Um gegen die Republik von Ligurien zu kämpfen, verbündete er sich mit seinem alten Gegner Charles Quint.
    Im Dienste der französisch-türkischen Allianz beteiligte er sich an der Landung von Bastia. Die Türken gaben Korsika 1553 auf und Sampiero blieb alleine gegen die Genuesen, angeführt von Andrea Doria.
    Der letztgenannte stellte eine Armee von 12.000 Mann auf.
    Am 18. September 1554, hackten die Korsen unter Sampiero sie am Paß von Tenda in Stücke.
    Am 15. September 1557 wurde Korsika in Viscuvatu [Vescovato] ins französische Königreich aufgenommen.
    Die großen Mächte haben oft Beweggründe, die die Interessen der kleinen Nationen ignorieren.
    Zwei Jahre später wurde Korsika durch den Vertrag von Cateau-Cambresis an Genua zurückgegeben. [...]

    Vom französischen König zum Ehrenbotschafter in der Türkei ernannt, verließ Sampiero Corso seine Frau und seine Kinder in seinem Haus in Marseilles. Die junge Frau war sehr unzufriedenen und ließ sich vom Privatlehrer ihrer Kinder, dem Priester Michel-Ange Ombrone - einem genuesischen Spion - manipulieren.
    Vanina verkaufte Sampieros Güter und segelte zur Hauptstadt von Ligurien. Ihr Ehemann wußte davon und ließ das Schiff abfangen.
    Dann verurteilte er seine Frau und verhängte die Todesstrafe.
    Sie akzeptierte das Urteil, aber sie flehte ihn an, sie mit seinen eigenen Händen zu erwürgen, anstatt sie dem Strang des Henkers zu überlassen. Sampiero tat ihr diesen Gefallen.

    Dieser Mord war ein großer Skandal, da die Verstorbene aus einer adligen Familie stammte. Die Königin von Frankreich ließ verkünden, daß sie diesen "Mörder" nicht empfangen würde.

    Dieser Vorfall inspirierte Shakespeare, der Sampiero in den Charakter von Othello transformierte.

    Der alte Löwe gab seinen Kampf für die Unabhängigkeit Korsikas nicht auf. 1564 landete er mit fünfundzwanzig gasconischen Söldnern im Golf von Valincu. Er setzte seinen Fuß auf das heilige Land und sprach diese Worte:
    « Ich komme nicht wegen persönlicher Interessen hierher, sondern um mein armes Vaterland zu befreien.»

    Die Korsen behielten den Schmerz des französischen Verrats gut in Erinnerung und schlossen sich dem alten Oberst nicht gerne an. Trotzdem gelang es ihm mit 200 erfahrenen Männern die Genuesen zu besiegen.
    Jetzt schickten ihm die korsischen Dörfer Verstärkung. Die Revolution verbreitete sich wie ein Lauffeuer von den Bergen bis zu den Ebenen über das Land. Nur das Kap widersetzte sich der Flut der Unabhängigkeitsbewebung, die die Insel überschwemmte.
    Die Familie Ornano setzte ein Kopfgeld von zweitausend Dukaten auf den Oberst aus, während Genua viertausend Dukaten bot. In Livia schwor ihm die korsische Nationalversammlung die Treue.Sampiero war muntere 69 Jahre alt und führte den Kampf an.
    Der Krieg wütete auf der Insel und die Massaker wurden mit Grausamkeit beantwortet. Die Genuesen entschieden, die Brüder Ornano zu benutzen, um den alten Löwen zu töten.

    Nicht weit von Prunelli erstreckt sich die Ebene bis zum Meer. In der Ferne zeichnet sich der Golf von Ajacciu ab.
    Hier fiel Sampiero Corso, der Held der Geschichte der Insel, am 17. Januar 1567.

  • Pascal Paoli
    Jüngster Sohn Hyacinthe Paolis - alter General der Nation, Anführer zweier der vier Aufstände, die die korsische Revolution prägten. Pascal Paoli wurde am 6. April 1725 in Stretta, einem Weiler von Morosaglia, geboren.

    Hyacinthe ging 1739 ins neapolitanische Exil und nahm seinen Sohn Pascal mit sich, der dort eine fundierte Ausbildung und intellektuelles Training genoß. Er wurde anscheinend sowohl mit den Quellen der klassischen Kultur vertraut gemacht, als auch in modernen Theorien - besonderes denen der französischen Philosophen - unterrichtet. Als ehrbarer kultivierter Mann beherrschte er die englische und französische Sprache fließend in Wort und Schrift. Er interessierte sich für fremde Lehren und entwickelte eine Vorliebe für die Politik wobei er mal höchst interessiert und manchmal völlig desinteressiert war.

    Diese Entwicklung und seine Verbundenheit zu Korsika, die er im Alter von 14 Jahren verließ, machten ihn, obwohl er ein normaler Soldat in Italien war, sehr empfänglich für die Geschehnisse auf der Insel über die er von seinem Bruder Clement und einigen Freunden informiert wurde.

    Nach der Ermordung von General Gaffori genannt Oberhaupt der Korsen kontrollierte seine Revolutionsregierung einen Großteil der Insel. Die Freunde Paolis und sein Bruder drängten ihn auf die Insel zurückzukehren und für das oberste Amt zu kandidieren.

    Mit 30 Jahren zweifellos reif genug für eine solche Entscheidung, landete der junge Offizier im April 1755 in seinem Heimatland. Dort setzte er sich am 13. Juli 1755 gegen seinen Mitbewerber Marius Matra durch und wurde zum obersten General (Capu Generale) gewählt. Dieses Amt wurde ihm durch den Konsul von Saint Antoine de la Casabianca übergeben, der ihn damit beauftragte, einen entscheidenden Krieg gegen Genua zu führen.

    Er regierte Korsika 14 Jahre lang.

    Um sich selbst nicht nur durch die Wahl, die nicht einstimmig war, bestätigen zu lassen und weil es seinen Idealen entsprach, engagierte sich Pascal Paoli für eine bessere moralische und politische Einheit der Nation. Er wollte es besser machen als seine Vorgänger.

    Nachdem er einen durch Matra angeführten Aufstand und an einigen Orten der Insel starke Widerstände, die aus Freundschaften mit den Genuesen, den Franzosen oder einfach aus Feindseligkeit einem Mann aus dem Ausland gegenüber entstanden waren, niedergeschlagen hatte gelang es Pascal Paoli schließlich die Führung seines Landes zu übernehmen. Er war ein leidenschaftlicher Vertreter einer Demokratie, deren Bedeutung nicht auf Anhieb von allen verstanden wurde.

    Er gründete eine Hauptstadt in Corte und ließ dort ein Grundgesetz verfassen, in dem die Souveränität der korsischen Nation und die Gewaltenteilung verankert wurden. Weiterhin ließ er Münzen prägen, gab der Gesetzgebung ordentliche Gerichte, stellte eine Armee auf und arbeitete hart daran, dem Land eine eigene kleine Flotte zu geben.

    Was die Wirtschaft anbetrifft, förderte er die Entwicklung des Ackerbaus, ließ Sümpfe trockenlegen und stimulierte den Handel. Aber die Blockade der Küstenorte, von denen er die Genuesen nicht vertreiben konnte, verhinderte die Entwicklung eines Außenhandels. Um diesen zu ermöglichen und um eine Gegengewicht zur Macht Calvi, einer befestigten genuesischen Stadt, zu erschaffen, gründete er Ile Rousse.

    Darin bestrebt, der korsischen Nation dabei zu helfen sich zu behaupten, gründete er Grundschulen und die Universität in Corte.

    Dennoch baten die Genuesen, die im Jahre 1764 zwar noch immer präsent waren, aber keine Ressourcen für ihre Hauptstädte an der Küste mehr hatten und einem Pascal Paoli gegenüberstanden, der nicht bereit war mit ihnen zu verhandeln, Frankreich um Hilfe. Die Franzosen versuchten mit dem Babbu (Vater) der jungen Nation zu verhandeln, aber sie bekamen von ihm nur die Bestätigung seines Unabhängigkeitswillens und seine Bereitschaft, sich im schlimmsten Falle, angesichts der Notwendigkeit einer Außenpolitik, mit einem Protektorat einverstanden zu erklären.

    Die Verhandlungen zwischen der Republik von Genua und dem Frankreich von Louis dem XV. führten am 15 Mai 1768 zum Vertrag von Versailles.

    Weil es wie ein Schuldpfand verschenkt oder verkauft werden sollte, fühlte sich die junge korsische Nation wie ein Objekt behandelt und rief während der Beratung vom 22. Mai 1768 zum bewaffneten Widerstand auf.

    Pascal Paoli bekämpfte seinen neuen Gegner, einen der mächtigsten Herrscher Europas, ein Jahr lang und wurde während der Schlacht von Ponte Nuovo am 8. Mai 1769 geschlagen.

    Nach einigen Versuchen des Widerstands mußte Paoli ins Exil gehen und ging am 13. Juni an Bord eines englischen Schiffes.

    Mit Einladung des Königs wurde er in England mit allen Ehren empfangen, da er als wahrer Staatsmann galt und aus einem Holz geschnitzt war, aus dem Helden gemacht wurden.

    Die von Pascal Paoli angeführte Revolution wurde, angesichts des Verhältnisses der mächtigen Genuesen zu der kleinen, unbekannten Insel Korsika, als von Anfang an zum Scheitern verurteilt angesehen und erregte seit einigen Jahren die Meinung der Öffentlichkeit sowie der europäischen Intellektuellen. Es entstand ein richtiger Paolischer Mythos, (mit der griechischen Bedeutung des Wortes).

    Außer Jean-Jacques Rousseau, James Boswell oder Voltaire, trugen in Europa, Bücher, Zeitungen, private Korrespondenten, lobreiche Essays, Diplomaten, Geschäftsleute und Historiker zu seinem Ruhm bei. Menschen die ihre Bewunderung und Hochachtung für einen Menschen zum Ausdruck brachten, den der große Frederic wie folgt bezeichnete:

    großherziger Beschützer und Verteidiger seines Vaterlandes, ein großer Mann dessen öffentliches Ansehen und Verehrung ihn bereits unsterblich machen.

    Als die Bastille für immer in die Geschichte einging, sah Pascal Paoli die Zeit seines Londoner Exils nach 21 Jahren durch die Amnestie für den ausgebürgerten Korsen, die 1789 von Mirabeau vorgeschlagen wurde, zu Ende gehen.

    In Paris wurde er im April 1790 von Louis dem XVI. empfangen, von Robespierre gelobt und vom Volk freudig begrüßt. Dann landete er auf Korsika, das zum französischen Departement wurde und wie die anderen Provinzen von den zunehmenden Unruhen zwischen den Befürwortern und Gegnern der Revolution geprägt war.

    Pascal Paoli wurde zum obersten Befehlshaber der Nationalgarde und Präsidenten der Departementverwaltung ernannt.
    Aber nach einer so langen Zeit im Exil, weit entfernt von den Geschehnissen auf der Insel in einer Zeit von ständigen Veränderungen, war Pascal Paoli nicht mehr der Herr der Insel.
    Als die Unruhen immer stärker wurden, hielt er es, mit Unterstützung des Grafen Pozzo di Borgo, für weise, Korsika in Sicherheit zu bringen und eine Zweitregierung einzurichten um die Insel von Frankreich zu trennen und den Schutz eines anderen Staates zu erhalten, vorzugsweise einen mit großer Seemacht und liberaleren Institutionen als die französischen: ein Protektoratssystem.

    Im Jahre 1792, distanziert er sich von den korsischen Befürwortern der Revolution und wird von Lucien Bonaparte als Revolutionsgegner vor die Volksversammlung gestellt und seines Amtes enthoben.

    Von seinen Anhängern 1793 zum Generalissimo erklärt, gelang es ihm die Kontrolle über den größten Teil der Insel zu gewinnen. Danach schrieb er einen Anklagebrief gegen die Volksversammlung, der ihn zum erklärten Verräter der Republik und damit zum Vogelfreien machte.

    Als sich die französischen und Paolis Truppen gegenüberstanden, bat der Vater der korsischen Nation England um Unterstützung, das mit dem Geschwader von Nelson, den Widerstand in Bastia, Saint-Florent und Calvi brach.

    Am 15. Juni 1794 wurde ein englisch-korsisches Königreich gegründet an dessen Spitze nicht wie von ihm erwartet Pascal Paoli, sondern der englische Vizekönig Sir Gilbert Elliot stand.

    Diese Union hielt nur zwei Jahre. In der Castagniccia tauchten Probleme auf, die so stark wurden, daß Pascal Paoli auf Bitten Elliots nach London zurückgerufen wurde.

    So machte sich Pascal Paoli im Oktober 1795 wieder auf den Weg ins Exil.

    Seine Insel, um deren Freiheit zu kämpfen er nie müde wurde, wurde im Oktober 1796 reibungslos von den französischen Truppen zurückerobert.

    Nachdem er 47 Jahre im Exil gelebt hatte, starb Paoli am 5. Februar 1807 in London und wurde auf dem Friedhof von St-Pancrace beerdigt.

    Die Asche seiner außergewöhnlichen Persönlichkeit, die so viele Männer durch ihren aufklärenden Geist gewinnen konnte und den jungen Napoleon Bonaparte so beeindruckte, ruht seit 1889 in Morosaglia.

  • Napoléon Bonaparte
    Er wurde am 15. August 1769 in einem Haus auf der Malerbastraße, die jetzt Saint-Charles-Straße heißt, in Ajaccio geboren, genau wie seine 12 Brüder und Schwestern - von denen sieben überlebten -, die seine Eltern Letizia und Charles Marie Bonaparte ihm schenkten.

    Sein Vater, der 1768 an der Seite Pascal Paolis kämpfte und sich wahrscheinlich der Unumgänglichkeit einer Vereinigung Korsikas mit Frankreich bewußt war, schloß sich schon sehr bald den Franzosen an und genoß zahlreiche Vorzüge. So erhielt er beispielsweise ein Stipendium für seine Söhne, das es dem Jungen Napoleon ermöglichte in der Militärakademie von Brienne aufgenommen zu werden.

    Mit neun Jahren verließ er Ajaccio, Napoleon war bereits ein unabhängiges Kind mit einem starken Willen. Er erkannte später:

    " Ich fürchtete Niemanden, ich schlug den einen, ich zerkratzte den anderen. Ich stellte mich als für jeden respektgebietend dar.".

    Während seines Studiums in Brienne entwickelte er nicht nur eine einfache "Liebe fürs Vaterland", sondern einen richtigen Patriotismus. Er war ein enthusiastischer Anhänger General Paolis: des Mannes, seiner Ideale und seiner Taten.

    1784 wechselte er zur Militärakademie von Paris, die er als Artillerieleutnant verließ. Im Alter von 16 Jahren, strebte er danach, auf die Insel zurückzukehren, eine politische und militärische Karriere zu machen und träumte davon eines Tages an oberster Stelle zu stehen.

    Als 1789 die Revolution ausbrach, sah Napoleon sich in seinen Vorstellungen bestätigt. Er nahm an den politischen Machtkämpfen teil, die Korsika spalteten und sein Streben, obwohl er erst 20 Jahre alt war, beunruhigte Pascal Paoli, zu dessen Gegner er bald wurde.

    1792 war er gezwungen Ajaccio zu verlassen, als es ihm bei einem blutigen Aufruhr, der zu einem Bürgerkrieg ausartete, nicht gelang die Zitadelle zu erobern.

    Im darauffolgenden Jahr mußte seine konventionstreue Familie in ihr Landhaus bei Milelli fliehen, bevor sie sich Napoleon anschloß. Die Familie war zur Zielscheibe der Bevölkerung geworden, die einen Groll gegen Lucien (Napoleons Bruder) hegte, weil dieser so bösartig gegen Paoli vorging. Napoleon versuchte erneut die Stadt, diesmal mit Hilfe einer Flotte der Republik, vom Turm des Capitello aus zu erobern - und scheiterte.

    Diese Niederlage kennzeichnete die Abreise Napoleon Bonapartes nach Toulon und dann weiter zu einem anderen Ziel. Sein Verhalten erinnert an eine Einschätzung, die von einem seiner Lehrer an der Akademie von Brienne gemacht wurde:

    "Als Korse von Geburt und Charakter, wird er sehr weit kommen, wenn die Umstände für ihn günstig sind." .

    Dieser junge Mann, der bereits eine Art von Genie in sich barg, verließ seine Insel, aber sie blieb ohne Zweifel für immer der Geburtsort seiner Familie und Ort seiner Zuneigung.

    Im selben Jahr,1793, wurde er zum Leiter der Artillerie ernannt und es gelang ihm, Toulon für die Royalisten zurückzuerobern, wobei er sich mit Ruhm bedeckte.

    Nachdem er durch die politische Krise (vor allem durch den Fall Robespierres) Frankreichs einige Rückschläge erlitten hatte, gewann Napoleon 1796, kurz vor seiner Hochzeit mit Josephine de Beauharnais, wieder Selbstvertrauen, da er als Kommandeur der Truppen beim Italienfeldzug seine Fähigkeiten eines militärischen Strategen mit denen eines richtigen Staatsoberhauptes verbinden konnte.
    Als er die Piemonteser und Österreicher geschlagen und ihnen den Frieden auferlegt hatte (Campo Formio 1797), schuf er, was später zum Königreich von Italien wurde. Nach seinem Ägyptenfeldzug, von dem er im Oktober 1799 zurückkehrte, baten ihn die Gemäßigten, sie vom Direktorium zu befreien.

    Aber Napoleon Bonaparte war mit seinen Bemühungen am Ende des Jahres 1799 nicht nur ein einfaches Instrument der Bourgeoisie: nach den Staatsstreichen vom 9. und 10. November ernannte er sich selbst zum Ersten Konsul der Republik und wurde zum Herrscher des Landes indem er die Verfassung du l`An VIII einführte, die ihm die exekutive und gesetzgebende Macht zusicherte.

    Als Oberhaupt des Staates und der Armee, gelang es dem mit einer besonderen Arbeitsfähigkeit, Intelligenz und kreativer Vorstellungskraft ausgestattetem Napoleon in Rekordzeit die Verwaltung und Gesetzgebung zu reformieren.

    Wiederum erfolgreich gegen die österreichische Koalition, zwang er den Engländern den Frieden auf und unterzeichnete 1801 das Konkordat mit Pius dem VII., das die Kirche in Frankreich unter staatliche Macht stellte. Napoleon sah seine Macht von Tag zu Tag wachsen und hatte immer größere Schwierigkeiten die Opposition zu ertragen.

    Als ein Komplott der Royalisten entdeckt wurde, erklärte er sich 1804 unter dem Namen Napoleon der 1. zum Kaiser Frankreichs und 1805 zum König von Italien.

    Dann wurde eine richtige "Monarchie" mit einem Hof und einem kaiserlichen Hochadel um ihn herum aufgebaut, während das etablierte System unter seinem Einfluß reformiert und modernisiert wurde: Bildung, Städteplanung, Wirtschaft, Künste, und der napoleonische Kodex gaben der aus der Revolution geborenen Gesellschaft eine gesetzliche Basis...

    Doch der Kaiser wurde schnell wieder vom Krieg in Beschlag genommen. Er unterlag England (Trafalgar 1805) aber gewann eine Reihe von Feldzügen gegen die Österreicher-Russen (Austerlitz 1805), die Preußen (Jena 1806) und errichtete das große Kaiserreich nach dem Vertrag von Tilsit im Jahre1807.

    Als Antwort auf die englische Seeblockade, errichtete Napoleon zwischen 1806 und 1808 das kontinentale System um die Briten zu isolieren. Diese Blockade belebte tatsächlich die französische Industrie und Landwirtschaft, behinderte jedoch die europäische Wirtschaft und zwang den Kaiser eine Expansionspolitik zu führen. Diese reichte von den päpstlichen Ländern, über Portugal und Spanien bis zur Herrschaft über eine neue Österreichische Koalition (Wagram 1809) und erschöpfte seine Armeen völlig.

    1810, darum bemüht, sich einen Nachfahren zu sichern, heiratete Napoleon Marie Louise von Österreich, die ihm einen Sohn schenkte: Napoleon II., König von Rom.

    Im Jahre 1812, die Feindschaft des Zaren Alexander des 1. befürchtend, fiel die große Armee Napoleons in Rußland ein.

    Dieser blutige und katastrophale Feldzug läutete das Erwachen Osteuropas ein, das nach einem Zusammenschluß Süd- und Ostfrankreich besetzte. Paris wurde am 4. März 1814 von den feindlichen Truppen eingenommen und ein paar Tage später war Napoleon gezwungen zugunsten seines Sohnes abzudanken, um schließlich, am 6. April 1814 , auf all seine Macht zu verzichten.

    Während seines erzwungenen Aufenthaltes auf der Insel Elba, dem lächerlichen Rest seines Hoheitsgebietes, den ihm seine siegreichen Gegner gelassen hatten, mußte er mit ansehen, wie die Österreicher, Preußen, Engländer und Russen während des Wiener Kongresses seine siegreichen Gegner sein großes Kaiserreich unter sich aufteilten.

    Schließlich gelang ihm die Flucht aus der englischen Aufsicht und er kehrte im März 1815 nach Frankreich zurück, wo er von den Liberalen - den Gegnern der Bourbonen - unterstützt eine zweite kurze Herrschaft antrat, die unter dem Namen "Herrschaft der hundert Tage" bekannt wurde. Dies bewirkte eine neue europäische Koalition, die zum Desaster von Waterloo und dem erneuten Abdanken des Kaisers am 22. Juni 1815 führte.

    Napoleon begab sich in englische Hände und so wurde der Inselbewohner mit dem ungewöhnlichen Schicksal auf die abgelegene Insel St. Helena verbannt. Bis zu seinem Tode schwelgte er oft in Nostalgie von seiner Heimatinsel, wobei er betrauerte, zu sehr mit Kriegen und Eifersüchteleien beschäftigt gewesen zu sein, um die großen Pläne, die er für sie erdacht hatte, in die Tat umzusetzen.

    Ob wirkliche Absichten oder verspätetes Bedauern, vielleicht wird die Geschichte es eines Tages erzählen. Aber die Bande zwischen Napoleon und Korsika sind heute unzerstörbar und diejenigen, die die Taten des berühmten Mannes verurteilen, mögen trotzdem den kleinen Jungen aus Ajaccio, der sich auf die bewaldeten Hügel der Stadt zurückzog, vielleicht ahnte er bereits etwas von seinem ungewöhnlichen Schicksal.

Andere Rubriken zum Thema Geschichte:
Eine kurze Chronologie / Anlagen und Monumente
Vendetta und Bandits d'Honneur [Vogelfreie] / Ein Symbol... Der Maurenkopf

Einige Bücher, um mehr zu erfahren...


  InternetCom Hilfe Karten